Wollpullover lagern beim Saisonwechsel

Irgendwann im März oder April kommt der Moment, wo man morgens in den Schrank schaut und merkt: Die dicken Wollpullover müssen jetzt wirklich weg. Der Frühling ist da, die Heizung bleibt aus und für schwere Wolle ist einfach keine Zeit mehr. Also wandern die Lieblingsteile in eine Kiste, eine Tüte oder irgendwo nach hinten in den Schrank. Und im Herbst, wenn man sie wieder hervorkramt, sehen manche davon aus als hätten sie die Sommerpause nicht gut überstanden. Löcher, Mottenfrass, ein komischer Geruch oder einfach eine Form, die nicht mehr stimmt. Da ich selbst tolle Pullover mit Mustern stricke und mir das einmal passiert ist passe ich seither auf. Es ist nämlich unglaublich traurig und ärgerlich wenn so ein Stück in dem viel Arbeit gesteckt hat hin ist.

Dabei ist es gar nicht schwer, Wollpullover so einzulagern, dass sie im Herbst genauso schön herauskommen wie sie verschwunden sind.

Erst waschen, dann lagern

Das klingt selbstverständlich, ist es aber nicht immer. Wer einen Pullover, der noch „eigentlich sauber“ wirkt, einfach so einlagert, gibt Motten und Milben ideale Bedingungen. Denn was wir nicht riechen oder sehen, nämlich Hautschuppen, Schweiß und winzige Speisereste, ist für Insekten ein einladender Fundus.

Wollpullover sollten vor der Einlagerung also immer gewaschen oder zumindest gelüftet werden. Bei echtem Wollpflegeetikett gilt: Handwäsche oder Wollwaschgang mit kaltem Wasser und einem milden Wollwaschmittel. Nicht schleudern, nicht im Trockner trocknen. Stattdessen den Pullover flach auf einem Handtuch in Form legen und an der Luft trocknen lassen. Das klingt aufwendig, schützt aber die Fasern und lohnt sich wirklich.

Falten statt hängen

Das ist einer der häufigsten Fehler: Wollpullover auf einem Bügel aufhängen. Das klingt ordentlich, aber Wolle gibt unter ihrem eigenen Gewicht nach und dehnt sich aus. Nach ein paar Monaten hängen die Schultern durch und der Pullover hat eine Form angenommen, die so nicht geplant war.

Wollpullover gehören gefaltet und liegend aufbewahrt, nicht hängend. Wer das einmal verinnerlicht hat, spart sich im Herbst manche Enttäuschung.

Der richtige Ort für die Sommerpause

Trocken, kühl und dunkel, das sind die drei Bedingungen, die Wolle mag. Ein Kellerregal klingt verlockend platzsparend, ist aber oft zu feucht. Feuchte Luft begünstigt Schimmel und Motten lieben es ebenfalls. Besser geeignet sind Schränke im Schlafzimmer oder stabile Aufbewahrungsboxen mit Deckel, die vor Staub und Insekten schützen.

Plastikboxen oder Stoffbeutel?

Beides hat seine Berechtigung. Plastikboxen mit gut schließendem Deckel schützen sehr zuverlässig vor Motten und Staub, aber Wolle braucht ein bisschen Luft. Wer Plastikboxen verwendet, sollte darauf achten, dass die Pullover wirklich trocken sind bevor sie hinein kommen, sonst kann sich Feuchtigkeit stauen.

Stoffbeutel oder Baumwollsäcke sind atmungsaktiver und damit schonender für die Fasern, bieten aber weniger Schutz gegen Motten. Hier hilft ein natürliches Mottenschutzmittel als Ergänzung.

Motten: das große Thema

Wer schon einmal einen Lieblingspullover mit kleinen Löchern aus dem Schrank geholt hat, weiß wie ärgerlich das ist. Motten, genauer gesagt ihre Larven, fressen sich durch Wolle, Kaschmir und andere Naturfasern. Synthetische Materialien lassen sie dagegen in Ruhe.

Der beste Schutz ist eine gute Einlagerung: sauber, trocken, gut verschlossen. Zusätzlich helfen natürliche Mittel wie Zedernholzkugeln oder Lavendelsäckchen, die Motten fernhalten ohne chemische Substanzen. Zedernholz verliert mit der Zeit seine Wirkung, lässt sich aber mit ein paar Tropfen Zedernöl wieder auffrischen. Zum Lavendel: Ätherische Öle einfach aufbewahren

Was tun wenn Motten schon da waren?

Wenn man beim Auspacken im Herbst Löcher entdeckt oder sogar Motten sieht, hilft nur eines: alle betroffenen Teile sofort in einen verschlossenen Plastikbeutel stecken und für mindestens 72 Stunden in den Gefrierschrank legen. Die Kälte tötet Eier und Larven zuverlässig ab. Danach waschen und erst dann wieder einräumen. Auch wichtig ist es Bettwäsche richtig aufbewahren

Kaschmir braucht extra Aufmerksamkeit

Kaschmir ist besonders fein und besonders empfindlich. Die gleichen Regeln gelten, aber noch konsequenter. Niemals hängen, immer in einem Baumwollbeutel lagern, nie zusammen mit anderen Materialien, die scheuern könnten. Wer ein gutes Kaschmirstück hat, behandelt es wie ein kleines Erbstück, denn gepflegt hält es wirklich ein Leben lang.

Wie viele Pullover übereinander?

Auch das ist eine Frage, die sich lohnt. Wer zu viele Pullover aufeinander stapelt, riskiert Druckstellen und verformte Partien. Drei bis vier Teile übereinander sind in Ordnung, mehr sollte es nicht sein. Schwere Pullover kommen nach unten, leichte und empfindliche nach oben.

Im Herbst wieder herausholen

Wenn die Temperaturen im September sinken und die Pullover wieder gebraucht werden, einfach kurz auslüften lassen bevor man sie anzieht. Wolle nimmt Gerüche aus der Lagerung auf und ein bisschen frische Luft tut gut. Wer merkt, dass ein Pullover leicht verformt ist, kann ihn vorsichtig in Form ziehen während er noch leicht feucht vom Lüften ist.

Fazit

Ein Wollpullover, der gut gepflegt und richtig eingelagert wird, kommt im Herbst genauso schön heraus wie er verschwunden ist. Sauber einlagern, liegend aufbewahren, vor Motten schützen und einen trockenen kühlen Ort wählen, das sind die vier Dinge, die wirklich zählen. Es ist kein großer Aufwand, aber er macht den Unterschied zwischen einem Pullover, den man noch Jahre trägt, und einem, der nach einer Saison aussieht als wäre er fertig.

Von Petra

„Ich liebe es, Dinge sinnvoll und schön aufzubewahren – von Kräutern und Lebensmitteln bis hin zu Alltagsgegenständen. Auf Einfach aufbewahren teile ich Tipps, Ideen und Inspirationen, wie Ordnung und Haltbarkeit nicht nur praktisch, sondern auch kreativ Freude machen. Es geht um das kleine Glück, wenn Dinge länger halten, übersichtlicher werden und der Alltag dadurch leichter wirkt.“